Vivian Rink gründete 2013 in Leicester, einer kleinen und armen Gemeinde im unmittelbaren Umkreis von Freetown (4 km) die Mountain Preparatory School. Sie entstand aus einem Projekt, das alleinerziehende junge Mütter durch Trainings in Kochen und Schneidern, Alphabetisierung und Berufsvorbereitung befähigte, sich und ihre Kinder zu versorgen. Grund für die Schulgründung waren das äußerst geringe Niveau der anderen Schulen in Leicester und Umgebung, aber auch die Nachfrage von Seiten der 1500 Einwohner Gemeinde.
 
 
Die meisten Menschenleben hier unterhalb der Armutsgrenze. Schulen sind unterfinanziert. Es gibt kaum Bücher und überwiegend unterqualifizierte Lehrer. Die Rate an Schulabbrechern ist demnach frustrierend hoch. Die Mountain Preparatory School hatte von Beginn an eine sehr hohe Nachfrage aus Leicester und den umliegenden Gemeinden. Derzeit besuchen rund 350 Kinder die sechs Jahrgänge umfassende Grundschule (nach britischem System). Sie werden von 14 Lehrern qualifiziert unterrichtet, sodass das Bestehen des landesweiten Examens für alle gewährleistet ist. Dieses ist Voraussetzung für die weiterführende Junior Secondary School.
 
 
Bildungssystem

Das sierra-leonische Schulsystem orientiert sich noch an dem der früheren Kolonialmacht Großbritannien. Es gilt das sog. System 6-3-3-4, d.h. im Idealfall besuchen die Schüler für sechs Jahre die Primary School (Grundschule), dann für drei Jahre die Junior Secondary School (Sekundarstufe I), anschließend für ebenfalls drei Jahre die Senior Secondary School (Sekundarstufe II) und abschließend vier Jahre lang die Tertiary Education (Tertiäre Stufe) oder eine Universität, die dann mit einem Bachelor Papier abgeschlossen wird.

Während des Bürgerkriegs von 1991 bis 2002 wurden insgesamt im Land 1270 Schulen zerstört. Viele davon wurden direkt nach dem Krieg wieder aufgebaut, so dass schon in 2005 wesentlich mehr Schüler eine Grundschule besuchten als noch vor dem Krieg. Die Verfassung des Landes und das sog. Bildungsgesetz schreiben eigentlich eine 9-jährige Schulpflicht für alle vor, auch hat die neue Regierung unter Präsident Bio die kostenlose Bildung im Primar- und Sekundarsektor angekündigt, allerdings sieht die Realität etwas anders aus. Der Mangel an Schulen und an qualifizierten Lehrern macht die Einhaltung der Schulpflicht nahezu unmöglich, kostenfreie Bildung erweist sich weiterhin als Illusion da die „Nebenkosten“ wie Bücher, Uniformen, Essen und allgemeine Schulaktivitäten nicht kostenfrei sind und viele Eltern davon abhalten ihre Kinder zur Schule zu senden.

Die Alphabetisierungsrate betrug 2015 48,1 % der erwachsenen Bevölkerung (Frauen: 37,7 %, Männer: 58,7 %).